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Specific Development of Competences

Intro 4.0 and Leadership 4.0 Projects Develop Qualification and Management Strategies in the Digital Work Environment

Article within the current edition of the KIT magazine lookKIT on information at the Karlsruhe Institute of Technology, Edition 1/2018. The text was written in German, an excerpt is available in English at the end of the text.

 

Der technische Fortschritt, den die Digitalisierung in die Fabriken bringt, eröffnet neue Möglichkeiten: Durch intelligente Komponenten können Maschinen immer häufiger Arbeitsschritte in der Fertigung übernehmen und dabei Echtzeitdaten liefern. Was für Unternehmen die Chance auf eine effiziente, hochindividualisierte Produktion ist, sorgt bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern jedoch oft für die Angst, ihre Arbeitsplätze an Maschinen zu verlieren. „Die menschenleere Fabrik ist keine Vision, die Unternehmen anstreben“, erklärt Professorin Gisela Lanza, Institutsleiterin vom wbk Institut für Produktionstechnik am KIT. „Zwar fallen gewisse Aufgaben weg, dafür entstehen jedoch neue Stellen, zum Beispiel im Bereich Software.“ Der Mensch werde also nicht ersetzt, vielmehr verändern sich seine Aufgaben: Statt wie bisher sich wiederholende Arbeitsschritte auszuführen, wird er im Zuge von Industrie 4.0 zum Koordinator. Er sichtet Daten und überwacht Produktionsabläufe. Um diese neuen Tätigkeiten zu bewältigen, müssen sich zum einen Fachkräfte entsprechende Qualifikationen aneignen und zum anderen Führungskräfte mit den neuen Anforderungen an Mitarbeiter und Unternehmen befassen. Das wbk unterstützt beide Seiten mit zwei Projekten, sich auf die neue Arbeitswelt unter Industrie 4.0 vorzubereiten, in der sie sich zukünftig bewegen.

 

Digitale Komponenten an Maschinen und Anlagen erfordern, dass sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter neue IT-basierte Kenntnisse aneignen. Da sie als Umsetzer und Anwender von Industrie 4.0 agieren, ist ihre Weiterbildung von großer Bedeutung für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens. Deshalb entwickelt das wbk im Projekt Intro 4.0 Befähigungs- und Einführungsstrategien, die sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Industrie4.0-Umfeld richten.

 

„Wir wollen anhand konkreter Anwendungsfälle ein Konzept ausarbeiten, mit dem Mitarbeiter Kompetenzen auf dem Shopfloor entwickeln können, um im digitalen Umfeld zu arbeiten“, erklärt Christoph Liebrecht, wissenschaftlicher Mitarbeiter am wbk. Hierfür nehmen die Ingenieure in einem ersten Schritt die aktuell vorherrschenden Rahmenbedingungen auf und legen Anforderungen bezüglich IT-Architektur und Organisation fest. Gemeinsam mit Mitarbeitern erarbeitet das wbk unternehmensspezifische, bedarfsgerechte Industrie 4.0-Methoden für Qualitätssicherung, Visualisierung oder Logistikplanung. Diese werden auf dem Shopfloor implementiert, erprobt und gegebenenfalls angepasst.

 

Damit vor allem der deutsche Mittelstand geeignete Weiterbildungsmaßnahmen identifizieren und nachhaltig erfolgreich umsetzen kann, erarbeiten die Ingenieure ein Vorgehen, um Risiken, Potenziale und Wirtschaftlichkeit der Umsetzungen abzuschätzen. Hier zeigt sich, welche Fähigkeiten der Mensch für seine besondere Rolle im Industrie-4.0-Umfeld haben muss. Auf dieser Grundlage erstellt das wbk ein Entwicklungskonzept, mit dem die Belegschaft gezielt Kompetenzen aufbauen kann. „Die Ergebnisse führen wir in einem Handlungsleitfaden zusammen, um sie als Schaufensterlösungen weiteren betroffenen Unternehmen bereitzustellen“, so Liebrecht. „Mit dem integrierten Werkzeugkasten können sie Mitarbeiter und Produktionen ganz individuell auf die Einführung von digitalen Technologien vorbereiten.“

 

Nicht nur die Arbeitsplätze der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Produktion sind vom digitalen Wandel betroffen. Die Anforderungen an neue technologische Themen zeigen sich auch in Führungskultur und Organisationsmodellen. „Das Management muss den Wandel durchdringen, um ein Unternehmen erfolgreich für die Arbeitswelt der Zukunft vorzubereiten“, sagt Florian Ungermann vom wbk. Das heißt, dass Führungskräfte die Auswirkungen der Digitalisierung verstehen und eventuelle Maßnahmen ganzheitlich umsetzen müssen.

 

Dabei unterstützt das Schulungsprogramm Leadership 4.0 Industrieunternehmen speziell in Baden-Württemberg. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen, die realen Bedürfnisse ihrer Belegschaft zu erkennen und daraus maß- geschneiderte Weiterbildungsmaßnahmen abzuleiten. „Hierfür ist es wichtig, dass sich auch Führungskräfte mit unterschiedlichen Industrie-4.0-Technologien auseinandersetzen“, erklärt Ungermann. Das Programm stellt ihnen deshalb verschiedene Systeme in einer realen Montagelinie in der Lernfabrik am wbk vor, wie zum Beispiel intelligente Werkassistenzsysteme, In-Process-Qualitätssicherung und integrierte Echtzeit-Assistenzsysteme.

Veränderungen der Produktionsstruktur bringen zwangsweise auch Veränderungen in der Organisation mit sich. „Führungskräfte müssen für jede Produktionssituation das richtige Modell anwenden“, so Florian Ungermann. Hier liege eine große Herausforderung, denn jedes Organisationsmodell bringt Vor- und Nachteile, Grenzen und Voraussetzungen. „Oft gibt es nicht den einen richtigen Weg. Verantwortliche müssen lernen, dass es unterschiedliche, teils widersprüchliche Lösungen gibt und Spannungen ausgehalten werden müssen.“ Für Führungskräfte bedeutet das, dass sie bestehende Modelle unter Umständen abändern, erweitern oder neu kombinieren müssen. Leadership 4.0 beleuchtet daher verschiedene Führungsstile und -modelle mitsamt ihren Vor- und Nachteilen. Auch zeigt das Programm die Auswirkungen unterschiedlicher Führungsstile in einer Industrie-4.0-Umgebung auf.

 

Das Leadership-4.0-Programm ist eine Kooperation der Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg, der IHK Karlsruhe, dem Center for Creative Leadership, dem wbk Institut für Produktionstechnik, dem Institut für Entrepreneurship, Technologie-Management und Innovation des KIT und der HECTOR School of Engineering and Management. „Es basiert auf dem Dreiklang Mensch – Technik – Organisation und richtet sich an die Menschen im Unternehmen, die Veränderungen initiieren und leiten“, sagt Dr. Judith Elsner, Geschäftsführerin der HECTOR School am KIT. Als Technology Business School steht die HECTOR School im ständigen Austausch mit Industriepartnern und entwickelt akademische Ausbildungsformate praxisnah an den Bedarfen der Industrie. Neben der Vermittlung aktueller Organisationsund Führungsmethoden, findet ein Teil der 2,5-tägigen Leadership-4.0-Schulung in der Lernfabrik Globale Produktion am wbk statt. Diese befasst sich als bisher weltweit Einzige mit Herausforderungen, die charakteristisch für die Produktion in globalen Netzwerken sind. So geht es darum, wie sich einzelne Standorte voneinander unterscheiden, etwa hinsichtlich technischer Ausstattung, Automatisierungsgrad, Kostenstruktur oder Mitarbeiterqualifikation. „In dieser Umgebung können sich Teilnehmer mit realen Chancen und Risiken von Industrie 4.0 auseinandersetzen und Gelerntes direkt ins eigene Arbeitsumfeld übersetzen“, so Elsner.

 

Kontakt: florian ungermannPdf1∂kit edu

 

Excerpt in English

Intro 4.0 and Leadership 4.0 Projects Develop Qualification and Management Strategies in the Digital Work Environment

Translation: Maike Schöder

 

Technical progress due to digitization of factories opens up new opportunities: Thanks to intelligent components, machines can increasingly take over production steps and supply real-time data. Instead of executing the same working steps again and again, staff members become coordinators in Industry 4.0. They analyze data and control production processes. To master these new activities, they have to acquire the corresponding qualification. The management staff likewise has to address new requirements. The Institute of Production Science (wbk) has now launched two projects to prepare enterprises for the new work environment under Industry 4.0.

 

The Intro 4.0 project is aimed at developing qualification and introduction strategies, particularly for staff members facing Industry 4.0. As a first step, engineers analyze existing framework conditions and define requirements with respect to IT architecture and organization. Together with the company staff, the wbk then develops company-specific, need-tailored Industry 4.0 methods for quality assurance, visualization, or logistics planning. These methods are implemented, tested on the shop floor, and adapted, if necessary.

 

For executive staff to understand the impacts of digitization on their staff and to take required measures, a second project supports industrial companies in Baden-Württemberg with a training program, Leadership 4.0. Participants learn to identify the needs of their staff and to develop appropriate training measures. The cooperation partners of the Leadership 4.0 project are Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg, the Karlsruhe Chamber of Industry and Commerce, the Center for Creative Leadership, KIT’s wbk Institute of Production Science, the KIT Institute for Entrepreneurship, Technology Management, and Innovation, and the Hector School of Engineering and Management.

 

Contact: florian ungermannIli6∂kit edu